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Kolonnenfahrt

Von Kolonnen- oder Gruppenfahrten spricht man schon bei einer Teilnehmerzahl von vier Bikern aufwärts. Nicht selten sind die Konvois mit acht bis dreizehn Fahrzeugen und mehr groß. Teilnehmer solcher Kolonnen sollten äußerst konzentriert und diszipliniert sein da  Kolonnenfahrten sehr ermüdend sind. Die gleichbleibende Geschwindigkeit welche nicht immer zum eigenen Fahrstil oder zur Leistung des Bikes passt. Der ständige Blick auf den Vordermann lassen die Konzentration schnell schwinden und die Gedanken abschweifen. Jedem Teilnehmer sollte klar sein das in erster Linie jeder für sich und seine Sicherheit selbst verantwortlich ist.
Das Straßengesetz sieht vor das kein Verkehrsteilnehmer in einen geschlossenen Verband eindringen soll. Dadurch wird größeren Kolonnen gewährt auch mal Verkehrssituationen zu sichern um den Verband geschlossen durch einen Gefahrenbereich, über eine Kreuzung oder eines Kreisels passieren zu lassen. Aber Vorsicht, ein Wegerecht darf hierbei nicht erzwungen werden.

Wie setzt sich eine Kolonne zusammen.

 

Versetztes Fahren bildet die Formation der Gruppe. Dabei entsteht ein optimaler Sicherheitsabstand indem jeder ca. 10 m Abstand zum Vorder- und Hintermann hält. Die Spitze bildet der Kolonnen-Führer gefolgt von den Funbikern welche gegebenenfalls die Gruppe schützen sollen. Von hier werden die Route, die Stopps und die Geschwindigkeit bestimmt. Die sichernden Bikes sollten auf jeden Fall sehr erfahren und selbstbewusst sein. Von Vorteil wäre wenn die Bikes ein starkes Leistungspotenzial haben um gegebenenfalls nach einer Sicherung das Feld schnell wieder passieren zu können. Sie sollten sich kennen und auch mal während einer Tour spontane Absprachen sowie Entscheidungen treffen können. Nach der Führungsgruppe folgen das Feld oder die sogenannten Teilnehmer. Unerfahrene, sehr vorsichtig fahrende und langsame Bikes und Biker

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sollten diesem Feld, nach dem Führungsfahrzeugen voran fahren. Zum einen verhindert man so dass sich das Feld unnötig auseinander zieht und zum anderen Stresst man diese Fahrer auf der Tour weniger. Denn man merke sich, am gemütlichsten fährt man weit vorn im Feld. Je weiter hinten man im Feld fährt je aufwendiger wird es den Anschluss zu halten. Der Ziehharmonika-Effekt lässt die Geschwindigkeit im hinteren Teil des Feldes steigen. Immerhin sprechen wir hier bei normaler Fahrweise und erfahrenen Kolonnen-Fahrern von ca. 20 km/h zwischen den ersten und dem Letzen der Gruppe. Der Unterschied erhöht sich  sobald die Konzentration des Feldes nachlässt.
Der oder die Schluss-Fahrer sollten ebenfalls sehr erfahrenen sein. Sind mehrere Schluss-Fahrer eingeteilt fungiert einer als absoluter Schluss-Fahrer. Die anderen übernehmen die Rolle von Übermittlern. Ihre Aufgabe besteht darin die Gruppe zusammen zu halten, Pannenfahrzeuge Hilfe zu leisten, die Gruppe zu beobachten um Sicherheitsdefizite aufzuspüren und gegebenenfalls der Spitze Infos über ungeplante Vorkommnisse zu geben

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Formieren beim anhalten zum Beispiel an einer Kreuzung.

Was ist bei einer Kolonnenfahrt wichtig.

Allgemein gilt für alle Biker vollgetankt zum Start-Treffpunkt zu erscheinen denn jede Tour sollte von unplanmäßigen Stopps verschont bleiben. Sicherlich fast nicht jedes Bike die gleiche Menge Benzin und irgendwann muss das Bike mit dem kleinsten Tank oder dem durstigste Motor zum Boxenstopp. Hier sollten dann auch alle anderen tanken, auch wenn diese noch hätten weiterfahren können. Ausnahmen bilden die Motorräder welche die bis dahin zurückgelegte Distanz mit ihrer restlichen Tankfüllung noch einmal zurücklegen können. Nur so minimiert man die Stopps an den Tankstellen.
Der Kolonnen-Führer, in MC’s Road-Captain genannt, legt die Wegstrecke der Tour mit den Stopps oder Pausen fest. Diese Festlegungen gibt er allen Teilnehmern vor Antritt der Tour bekannt. Gegebenenfalls sollte er auch mit den Funktionären wie den Fun- oder Schluss-Fahrern über spezielle Schwerpunkte auf der Tour reden.
Während der Tour fährt der Kolonnen-Führer immer links an der Spurtrennlinie. Erstens hat er so einen besseren Überblick über die Verkehrssituationen und zweitens gibt er zwangsläufig so den Fortbestand der Formation vor. Ein hin und her wedelnder oder mal hier, mal da fahrender Frontmann riskiert nicht nur die Sicherheit der Gruppe sondern verunsichert  oder verärgert diese sogar. Der Kolonnen-Führer legt das gefahren Tempo fest. Dabei richtet er sich normalerweise an den langsameren, unerfahreneren Fahrern welche ja weit vorn im Feld positioniert sein sollten. Um dieses einschätzen zu können sollte seine Erfahrung so weit reichen dass er die Leistung der Bikes sowie das Können der Fahrer auch während der Fahrt gegebenenfalls auch im Rückspiegel vernünftig zuordnen kann um diese nicht ins Schwitzen zu bringen oder die Teilnehmer sich zu Kamikaze-Aktionen hinreißen lassen welche sie nicht oder nur schwer bewältigen können.
Die Fun-oder Sicherungsbiker sollten weitestgehend dem Verkehr immer einen Schritt voraus sein. Etwas Mut, viel Selbstbewusstsein sowie ebenso viel Durchsetzungsvermögen aber auch eine gesunde Portion Vernunft sollten sie unbedingt mitbringen. Sie wissen genau wann, wo und wie sie die Gruppe abzusichern haben. Meist kommen die Fun-Biker nur bei größeren Kolonnen zum Einsatz.
Das Teilnehmerfeld fügt sich den Vorgaben welche von der Spitze kommen. Auch sie haben eine wichtige Aufgabe zu bewältigen. Sie müssen versuchen sich im Feld so gleichmäßig wie möglich voran zu bewegen. Die Spur sowie den Abstand zu halten sollten selbstverständlich sein um so die Sicherheit nicht zu gefährden. Sprüche in den Pausen wie zum Beispiel; Bei dem Tempo konnte ich meiner Frau einen Blumenstrauß pflücken oder, Mit dem gefahrenen Tempo suche ich normalerweise einen Parkplatz sollte man einfach stecken lassen. Die kommen als Spaß nur bei eingefleischten Kolonnen-Fahrern an. Nach einer Verkehrssicherung sollten sie den Fun-Bikern den Platz lassen um gefahrlos und zügig zurück zur Spitze des Feldes zu kommen.
Hat die Kolonne gut informierte Schluss Fahrer brauchen sich verlorengegangene Schafe keine Sorgen zu machen den Anschluss der Gruppe gänzlich zu verlieren. Schluss-Fahrer und Übermittler sind sehr erfahrene Biker die ebenso gut über die Route Bescheid wissen wie der Kolonnen-Führer. Zudem können die gut motorisierten Biker das verloren gehen von Teilnehmern dem Führungsfahrzeug übermitteln welcher darauf hin reagieren kann.
 

Kolonnenfahrt, ein Erlebnis für sich.
Kann man sich als Teilnehmer der Disziplin anpassen sowie der Gruppe und ihrem Fahrstil unterordnen kann so eine Konvoi-Fahrt ein sehr beeindruckendes Erlebnis werden.
In den Pausen gibt es meist genug Gesprächsstoff um die bis dahin zurückgelegte Tour auszuwerten. Vorkommnisse, Beobachtungen kommen auf einer Gruppenfahrt zu genüge vor. Im Gegensatz zum “allein-touren” wo man eher recht zügig und sehr optimistisch unterwegs sein kann lernt man auf einer Kolonnenfahrt sehr schnell gegenseitige Achtung und Rücksichtnahme. Auf der einen Seite lernt man aus Fehlern welche aus der Vielfalt der Biker nun mal passieren und zum anderen lernt man aber auch  neue Fahrstile kennen welche man mit dem eigenen kombinieren kann um somit vielleicht noch sicherer oder selbstbewusster auf unseren Straßen unterwegs zu sein.
Um eine Kolonnenfahrt noch weiter zu perfektionieren, sie vielleicht sicherer zu machen findet ihr auf der nächsten Seite wertvolle Tipps und Regeln welche man sich als Kolonne unbedingt zu Nutze machen sollte.

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© Dessauer Biker, online seid 2009.   Letzte Aktualisierung am 30.10.2016